Namensnennungsrecht auch bei unbeschränkten Nutzungsrechten beachten

fotorechtDas Namensnennungsrecht des Fotografen ist ein für Fotografen wichtiges Recht. Leider wird dieses Namensrecht in der Praxis häufig missachtet und Fotos ohne Nennung des Namens des Fotografen publiziert.

Eine Nennung ohne Namen ist im Grunde nur dann zulässig, wenn der Fotograf im Vorfeld auf sein Namensnennungsrecht verzichtet hat.

Das Namensnennungsrecht von Fotografen ist auch dann zu beachten, wenn man unbeschränkte Nutzungsrechte an den Fotografien erworben hat.

Unbeschränkte Nutzungsrechte reichen nicht

Wird in ein Vertrag geregelt, dass der Lizenznehmer die unbeschränkten Nutzungsrechte bekommt, bedeutet dies nicht, dass die Fotos ohne Nennung des Fotografennamen benutzt werden dürfen.

Diese Erfahrung musste jetzt ein Hotel in Friedrichshafen machen, dass für knapp 1000€ insgesamt19 Fotografien eines Fotografen gekauft hatten und diese auf der Internet Webseite 13 Fotos ohne Namensnennung publiziert hatten. Das Hotel ließ sich die unbeschränkten Nutzungsrechte einräumen durch den Fotografen einräumen.

Der Fotograf sah in der Verwendung seiner Bilder ohne Namensnennung ein Verstoß gegen sein Urheberpersönlichkeitsrecht und hat das Hotel auf Schadensersatz verklagt. Zu Recht wie jetzt das Amtsgericht in München entschied.

Schadensersatz wegen fehlender Namensnennung

Das Amtsgericht München machte in seinem Urteil deutlich, dass der Fotograf mit der Rechteeinräumung nicht auf sein Namensnennungsrecht verzichtet hat und die Nutzung daher durch das Hotel rechtswidrig war.

Vielmehr hätte sich das Hotel im Vorfeld bei dem Fotografen erkundigen müssen, ob die Bilder ohne Nennung des Fotografen benutzt werden dürfen.

Bei der Lizenzberechnung stellte das Hotel auf den ursprünglich zwischen den Parteien vereinbarten Vertrag ab und entschied, dass dem Fotografen ein Schadensersatz in Höhe von 655,96 € zusteht. (Urteil des Amtsgerichts München vom 24.06.15, Aktenzeichen 142 C 11428/15)

Einschätzung

RA Hoesmann
RA Hoesmann

Das Urteil unterstreicht mal wieder die strenge Linie bei der Namensnennung von Fotografen. Wichtig ist daher, dass man im Vorfeld klare vertragliche Regelungen hat, um gerade solche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Bei unklaren Formulierungen, wie zum Beispiel der pauschale Hinweis auf unbeschränkte Nutzungsrechte, besteht immer ein Restrisiko.

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Autor: Rechtsanwalt Hoesmann

Tim Hoesmann ist Rechtsanwalt und Gründer der Kanzlei Hoesmann. Er ist insbesondere in den Bereichen des Medien-, Urheber- und des Wirtschaftsrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen und wird regelmäßig in den Medien als Rechtsexperte zitiert.