Archiv für die Kategorie ‘Pressekodex’

Presserat spricht 12 Rügen aus

Montag, März 8th, 2010

Witze auf Kosten eines Toten – Robert Enke

TITANIC-Online erhielt eine öffentliche Rüge wegen eines Verstoßes gegen die Menschenwürde (Ziffer 1 des Pressekodex). Die Zeitschrift hatte online mehrere Cartoons zum Tod von Fußballtorwart Robert Enke veröffentlicht. Unter anderem war das Foto eines Lokführers unter der Überschrift: „Jetzt meldet sich der Zugführer zu Wort” gezeigt worden. Der Zugführer wird dann zitiert mit den Worten „Ich habe Enke überlistet!”. Grundsätzlich hält der Presserat auch scharfe, polemische Satire für zulässig – solange sie einen sachlichen Kern an Kritik enthält. Den konnte der Ausschuss nicht erkennen und wertete die Cartoons als die Menschenwürde verletzende Witzeleien über den Suizid eines Menschen. Das reine Spiel mit den Gefühlen der Angehörigen und der Bahnführer, die von einem solchen Geschehen ebenfalls traumatisiert werden, ist in den Augen des Presserats keine Satire. Aufgabe von Satire ist immer auch, durch Überspitzung und drastische Darstellung weiterführende Gedanken anzustoßen. Bei den kritisierten Cartoons von TITANIC ging es jedoch nur darum, sich über das Lebensdrama eines Menschen lustig zu machen.

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Bernd Hilder neuer Sprecher des Presserats

Montag, März 8th, 2010

Der Deutsche Presserat hat Bernd Hilder (BDZV), Chefredakteur der LEIPZIGER VOLKSZEITUNG, zu seinem neuen Sprecher gewählt.

Hilder löst damit turnusgemäß nach zwei Jahren Manfred Protze (dju in Ver.di) als Sprecher ab. Zu der stellvertretenden Sprecherin wurde Dr. Ilka Desgranges (DJV), Redaktionsleiterin der SAARBRÜCKER ZEITUNG gewählt.

Neben den beiden Sprecherposten wurde auch eine Reiher weiterer Positionen neu besetzt.

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Presserat spricht 6 Rügen aus

Donnerstag, Dezember 3rd, 2009

Der Deutsche Presserat hat in seiner vierten Sitzung im Jahr 2009 insgesamt sechs Rügen gegen verschiedene Zeitungen  ausgesprochen.

Es wurden dabei sowohl Verletzungen des Persönlichkeitsrecht, Verletzungen des Trennungsgebots zwischen Werbung  und PR, als auch wegen des Schürens von Vorurteilen gerügt.

Die ausgsprochenen Rügen und deren Begründung im einzelnem:

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Presserat: Leitfaden zum Trennungsgebot und Beschwerderückblick

Donnerstag, Oktober 22nd, 2009

Der Deutsche Presserat hat auf seiner Jahrespressekonferenz einen neuen Leitfaden zum Trennungsgebot veröffentlicht und einen Rückblick auf die Beschwerden des Jahres gegeben.

Mit dem Leitfaden zum Trennungsgebit soll Journalisten anhand von Praxisbeispielen eine Orientierung bei der schwierigen Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten mitgegeben werden. Die Vermischung beider Inhalte wurde in den letzten Jahren immer häufiger durch den Presserat gerügt.

Ferner hat der Presserat seine Beschwerdearbeit 2008/2009 vorgestellt.

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Rezension: Felix Heimann "Der Pressekodex im Spannungsfeld zwischen Medienrecht und Medienethik"

Montag, August 31st, 2009

Heimann_PressekodexDie im Peter Lang Verlag Frankfurt verlegte Doktorarbeit von Felix Heimann “Der Pressekodex im Spannungsfeld zwischen Medienrecht und Medienethik” behandelt ein juristisch bislang wenig behandeltes Thema – den Pressekodex.

Zunächst geht Heimann auf die Geschichte des Presserechts in Deutschland und die Entwicklung des Pressekodex. Er unterstreicht in seiner Darstellung die Wichtigkeit dieses Instrument, da durch diesen eine große Staatsferne der Presse erreicht wird.

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