Millioneneinnahmen durch Verwendung fremder Instagram- Fotos

CopyrightFacebook, Twitter und Instagram zählen insbesondere unter jungen Menschen zu den bedeutsamsten Kommunikationstoolen des Alltags, Fotos zu posten zu einer nahezu alltäglichen Gewohnheitshandlung. Diese Fotos sind zum Großteil frei zugänglich, unterliegen jedoch bei Verwendung dem Urheberrecht und seinen Bestimmungen.

Amerikanischer Künstler nutzt fremde Instagram- Fotos

Der amerikanische Künstler Richard Prince nutzt den Fotoveröffentlichungstrend und verkauft Instagram- Fotos. Das Besondere daran ist, dass es sich weder um seine eigenen Fotos noch um solche handelt, für die er durch die abgebildete Person eine Einwilligung zur Verwendung erhalten hat.
Dieses Vorgehen beschert dem Künstler nicht nur Aufsehen sondern Einnahmen in Millionenhöhe, seine Kunstwerke erzielen dabei unter Kunstliebhabern beträchtliche Werte und so gelang es ihm sogar das bislang teuerste Einzelfoto zu verkaufen. Dabei handelt es sich um das Meisterwerk „Untitled Cowboy“, eine „Refotografie“ einer Marlboro-Werbekampagne, die bei Christie’s im Jahr 2008 für 3,4 Millionen Dollar verkauft wurde.
Seine eigene Kunsthandlung äußert sich in all seinen Werken mittels eigener Kommentare, eigener Gedanken, die er unter den verwendeten Fotos platziert. Diese sind dabei jedoch meist zusammenhangslos und ohne zu erkennenden Sinn.

US-Amerikanisches Urheberrecht

Kritiker des Künstlers schäumen vor Empörung über dieses Vorgehen, zumal dieser unumwunden äußert, dass ihn Urheberrechtsverletzungen ohnehin noch nie interessiert hätten. Zu befürchten hat Richard Prince jedoch keine rechtlichen Schritte gegen sich und seine Handlungen, denn er verstößt überhaupt nicht gegen das Copyright.
Weshalb es möglich ist fremde Instagram- Fotos zu nutzen, diese zu verkaufen und dabei nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen mag gemeinhin verwundern. Die Begründung findet sich hierfür im amerikanischen Urheberrecht, denn durch die unter den Fotos platzierten Kommentare und Gedanken umgeht er den Schutz durch das Urheberrecht.
Auf diese Weise ist es ihm möglich mit den ausgewählten Fotos sogar eine Ausstellung zu veranstalten und dort Kunstliebhabern Höchstpreise abzugewinnen – oder um es wie der New Yorker Kunstblogs „Artnet“ im Oktober 2014 zu betrachten: „Reproduktionen genießen keine Daseinsgrundlage – außer um Prince Geld zu verschaffen.“

Deutsches Urheberrecht

Das deutsche Urheberrecht ist im Vergleich zum amerikanischen Urheberrecht nicht so freigiebig geregelt, sondern beinhaltet strengere Vorgaben und Bestimmungen für die Verwendung von Fotos. Grundsätzlich ist es daher nur möglich eigene Fotos zu verwenden, an denen man Urheberrechte besitzt, beispielsweise weil man selbst Urheber der Aufnahme ist. Fremde Fotos lassen sich dann verwenden, wenn hierfür eine Einwilligung des Urhebers vorliegt sowie eine entsprechende Kennzeichnung und/ oder einen Verweis auf den zugehörigen Urheber.
Wir empfehlen in diesem Zusammenhang eine frühzeitige Absprache zwischen den betreffenden Personen und eine schriftliche Regelung zur Verwendung und der Einwilligung zu treffen, beispielsweise in Form einer vertraglichen Einigung.

Wir beraten Sie gerne jederzeit in diesem Zusammenhang und unterstützen Sie auch darüber hinaus bei der Vertragsgestaltung oder Durchsetzung Ihrer Rechte. Kontaktieren Sie uns hierzu einfach mit einem entsprechenden Hinweis per Mail oder Telefon!

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Frau Sabrina Veser.

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