Schadensersatz für schlechte Fotos

fotorechtWird ein Fotograf beauftragt, dann hat der Kunde häufig konkrete Vorstellungen darüber, wie die Fotos später aussehen sollen. Entsprechen dann die fertigen Fotos nicht den Wünschen des Kunden, stellt sich natürlich die Frage, ob das volle Honorar an den Fotografen zu zahlen ist.

Kein Recht auf Schönheit

Es gibt kein Recht auf Schönheit. Das bedeutet, dass das bloße Nichtgefallen der Bilder nicht ausreicht, um eine mögliche Honorarzahlung an den Fotografen zu verweigern.

Handwerkliche Fehler

Als Fotograf schuldet man juristisch eine Leistung »mittlerer Art und Güte«. Das bedeutet, dass man darauf achtet, ob die Fotografien handwerklich in Ordnung sind und dem Maßstab vergleichbarer Fotoaufnahmen entsprechen. Tun diese Fotos das nicht, dann kann aufgrund der handwerklichen Fehler ein Schadensersatz gefordert werden.

Praktikantin statt Fotograf

Ebenso kann eine Zahlung von Honorar verweigert werden, wenn statt eines Berufsfotografen nur eine Praktikantin geschickt worden ist. Das Talent oder die Kreativität der Praktikantin entspricht nicht dem Leistungsstandard eines Berufsfotografen, mithin keine Leistung mittlerer Art und Güte erbracht worden ist. (AG Hannover, Az. 412 C 4005/13)

Leistungen nicht erbracht

Auch können Zahlungen verweigert werden, wenn vorher zugesagte Leistungen nicht erbracht worden sind. Wird zum Beispiel eine komplette Dokumentation der Hochzeit im Vorfeld vertraglich vereinbart, dann aber die kirchliche Zeremonie nicht fotografiert, berechtigt dieses natürlich das Ehepaar dazu, einen Teil des Honorars einzubehalten.

Praxistipp

Gerade wenn man nicht täglich Fotoaufträge vergibt, ist die Auswahl des Fotografen häufig schwierig. Da es sich bei dem Begriff des Fotografen nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung handelt, kann sich jeder Fotograf nennen, der möchte.

Fotograf ist keine geschützte Berufsbezeichnung

Umso wichtiger ist es daher, die Spreu vom Weizen zu trennen. Anhaltspunkte dafür, dass es ein ordentlicher Fotograf ist, ist zum Beispiel, wenn der Fotograf Mitglied im Centralverband der deutschen Berufsfotografen oder einer anderen Interessenvereinigung für Berufsfotografen ist. Ebenso sollten Sie sich im Vorfeld durch die Vorlage von Musterfotos von der Arbeit und dem Stil des Fotografen überzeugen.

Halten Sie die wesentlichen Absprachen unbedingt schriftlich in einem Vertrag fest.

Hilfe bei einer Auseinandersetzung

Kommt es später zu einem Streit mit dem Fotografen über die Qualität der Fotografien, stehen wir Ihnen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung. Als eine auf das Fotorecht spezialisierte Kanzlei haben wir viel mit fotorechtlichen Fragen zu tun und sind auch in der Lage beurteilen zu können, ob handwerkliche Fehler bei den Fotografien vorliegen oder nicht.

Wenn Sie Fragen zum Thema haben, können Sie uns gerne kontaktieren.

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Rechtsanwalt Hoesmann und Rechtsanwältin Mannshardt

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